Begrüßung und Vorstellung
Grußwort: Frau Äbtissin M. Agnes Fabianek, Priorin Kloster St. Marien zu Helfta
Die Priorin des Klosters St. Marien zu Helfta begrüßte diese Runde als Gastgeberin und brachte Ihre Wertschätzung zum gewählten Thema zum Ausdruck. Sie erinnerte in einem kurzen Abriss der Geschichte des Klosters daran, dass gerade auch eine solche Einrichtung wie die ihre an Bildungsfragen interessiert ist und diese auch voran getrieben hat.
Norbert Hocke, Vorstandsmitglied des GEW
Norbert Hocke erinnert in seiner Begrüßung daran, dass die pädagogischen Konferenzen das Thema Bildung bisher immer aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgegriffen haben. In dieser Tradition verbleibt auch die 9. Pädagogische Konferenz. In den letzten Jahren wurde viel von Schulentwicklungen und Bildungsstandards geredet, aber was im Inneren einer Schule abläuft, verliere sich immer mehr in der öffentlichen Wahrnehmung. Schließlich sind die Schulen maßgeblich an der Beantwortung der Frage beteiligt: Was brauchen Kinder heute für eine Welt von Morgen?
Schulentwicklungsprozess – Und wo bleibt die Bildung?
Prof. Dr. Urlich Herrmann, Tübingen
Prof. Dr. Ulrich Herrmann, emeritierter Professor für Pädagogik und Honorarprofessor an der Universität Potsdam, ging in einem ersten Vortrag auf die Begriffsgeschichte von Bildung und Allgemeinbildungein und beschrieb aus einer geschichtlichen Perspektive die Profilbildung im allgemeinbildenden Schulsystem.
“Wo ist die Erkenntnis hingekommen, dass „das Leben bildet”? Wie kann man meinen, eine Person werde erst durch beamtete Lehrer in Klassenzimmern mit Hilfe von Lehrbüchern und ein gleiches Pensum für alle ermöglicht? Wie sollen Verantwortungsbewusstsein und Gemeinsinn, eine Wahrnehmung von Macht und Gegenmacht, ein Zutrauen zu Regeln des gemeinsamen Handelns entstehen in einer Anstalt, deren Auftrag Belehrung durch Wissende und Prüfung durch Geprüfte ist – die darum dies alles als nicht zur Sache gehörig, ja als störend ansehen muss? Unser Versäumnis hat zwei mögliche Folgen: dass wir uns hinsichtlich der Wirksamkeit der Schulen belügen oder dass wir uns überanstrengen in dem Bemühen, ihnen doch noch die Wirksamkeit zu geben, die sie nicht haben …” (Zitat: Hartmut von Hennig, aus der Dankesrede anlässlich der Verleihung Ehrendoktorwürde der Universität Kassel)
(Ausschnitt aus dem Referat von Prof. Dr. Ulrich Herrmann)
“Die Odenwaldschule” Paul Geheeb, Hrsg. Ulrich Herrman (PDF zum Herunterladen)
(Folien zum Referat in PDF zum Herunterladen)
Nachgefragt
Nach dem Vortrag entstand im Plenum unter anderem eine Diskussion über das Spannungsfeld unterschiedlicher Symbolsysteme von Eltern, Lernenden und Lehrenden. Es wurden unterschiedliche Ansätze diskutiert, wie sich Lehrerinnen und Lehrer die Symbolsysteme ihrer Schüler aneignen können oder sogar müssen.
(Ausschnitt aus der anschließenden Diskussionsrunde zum Referat)
